
Heute stand unsere 12. Etappe an – von Haut-Mauco nach Hagetmau. Und wie so oft auf dem Camino zeigte sich der Tag von seiner abwechslungsreichen Seite: mal landschaftlich, mal wettertechnisch und manchmal auch verkehrstechnisch eher… abenteuerlich.
Kaum waren wir eine Weile unterwegs, setzte schon der Regen ein. Der Weg führte, zur großen Überraschung von niemandem, wieder kilometerlang an der Straße entlang. Als kleines Highlight des Tages durften wir außerdem einen vielbefahrenen Kreisverkehr überqueren. Dazu kann man eigentlich nur sagen: Auf dem Camino erlebt man wirklich alles.
Deutlich schöner waren dagegen unsere tierischen Begegnungen: Gleich drei Mal kreuzten Rehe unseren Weg – und diesmal sogar ziemlich nah. Fast so, als wollten sie kurz prüfen, wie es uns Pilgern so geht.
Während eines kurzen Fotostopps am Straßenrand hielt plötzlich eine Frau mit dem Auto neben uns an. Sie warnte uns freundlich davor, dass die kommende Straße für Pilger nicht besonders angenehm sei. Außerdem erzählte sie, dass sie selbst schon mehrere Caminos gelaufen ist. Wir bedankten uns herzlich – entschieden uns aber trotzdem, unseren Weg fortzusetzen.
In Saint-Sever angekommen, besuchten wir die Abtei und holten uns im Tourismusbüro natürlich noch einen Stempel für den Pilgerpass ab. Danach ging es weiter – wie gewohnt größtenteils entlang der Straße.
Unsere Mittagspause machten wir in Audignon. Dort trafen wir drei französische Pilgerinnen, die für drei Tage auf dem Camino unterwegs waren. Anschließend liefen wir weiter Richtung Hagetmau. Da morgen in Frankreich Feiertag ist und wir nicht wussten, wie es mit der Verpflegung aussehen würde, steuerten wir vorsorglich eine Boulangerie an. Unsere Ausbeute: zwei Baguettes, sieben Schokobrötchen und Wasser – man könnte sagen, wir haben strategisch eingekauft.
Nach 29,5 Kilometern erreichten wir schließlich unsere Unterkunft. Heute stand ausnahmsweise ein Hotel auf dem Plan – allerdings eines, das bei unserer Ankunft noch geschlossen war. Ein Anruf beim Inhaber brachte zunächst die wenig begeisterte Information, dass Check-in erst ab 17:30 Uhr sei. Der Tonfall ließ vermuten, dass wir nicht ganz auf seiner Liste der Lieblingsanrufer standen. Doch dann hatte er offenbar ein Herz für erschöpfte Pilger und öffnete uns ein paar Minuten später doch noch die Tür.
So landeten wir kurz nach 16 Uhr und nach 29,5 Kilometern endlich erschöpft, aber zufrieden in unserem Hotelzimmer.









