Reisetagebuch Jakobsweg – 7. Etappe 2026 – 14.05.2026

Heute stand auf der 13. Etappe die Strecke von Hagetmau nach Orthez an – und damit die dritte Tour in Folge mit knapp 30 Kilometern in den Beinen. Der Wecker klingelte erbarmungslos kurz nach 5 Uhr, und um 6 Uhr waren wir bereits auf der Strecke. Leider hatte offenbar auch das Wetter einen sehr frühen Start hingelegt.

Denn nach nur wenigen Metern begann es zu regnen – und zwar nicht dieses freundliche „Ach, ein bisschen Nieselregen“, sondern eher Kategorie: „Hat jemand den Himmel offen stehen lassen?“ Die ersten vier Kilometer wurden wir ordentlich eingeweicht. Danach hörte es kurz auf, nur um wenig später wieder loszulegen. Der Wettergott hatte heute offensichtlich Spaß daran, uns mit maximaler Abwechslung zu versorgen.

Nach rund 9 Kilometern erreichten wir Argelos. Dort suchten wir die Kirche auf und gönnten uns eine wohlverdiente Trocken- und Frühstückspause – beides dringend notwendig. Nach ein paar Minuten hieß es dann: Zähne zusammenbeißen und weiter. Weder das Wetter noch die Umgebung ließen vernünftige Pausen zu.

Im weiteren Verlauf passierten wir noch die Dörfer Sault-de-Navailles und Sallespisse. Das Wetter blieb dabei seinem chaotischen Motto treu: entweder schüttete es wie aus Eimern oder die Sonne schien, als wäre nie etwas gewesen. Es war ein ständiges An- und Ausziehen der Regenkleidung.

In Orthez angekommen, machten wir uns noch auf den Weg zur Kirche, wo ich mein erstes Steinchen ablegte. Dieses Steinchen steht symbolisch dafür, dass wir trotz der schwierigen Bedingungen – Regen, Müdigkeit und allem, was dazugehört – nicht aufgegeben haben. Gleichzeitig ist es auch ein Wunschstein für alle erkrankten Kinder: nicht aufzugeben, selbst wenn es schlechte oder eben „regnerische“ Tage gibt. Denn nach jedem Regen kommt irgendwann auch wieder Sonne.

Anschließend ging es Richtung Hotel – und welch Überraschung: Auf den letzten 400 Metern fing es natürlich nochmal an zu regnen. Wäre ja auch zu einfach gewesen. Nach 29,7 Kilometern und 380 Höhenmetern erreichten wir schließlich kurz nach 15 Uhr unsere Unterkunft – und waren ehrlich gesagt einfach nur froh, endlich die durchnässten Klamotten trocknen zu können.