Reisetagebuch Jakobsweg – 7. Etappe 2026 – 21.05.2026

Nach einem richtig guten Frühstück in unserem Hotel starten wir kurz vor 8 Uhr zu unserer letzten Tour dieser Etappe. Und dann passiert es schon nach 4,4 Kilometern: 500 Kilometer geknackt! Einfach nur verrückt. Wer hätte gedacht, dass unsere Füße so lange durchhalten.

Weiter geht es Richtung Urrugne, wo wir uns im Tourismusbüro direkt den nächsten Stempel sichern. Dort in der Kirche legt Mama ihren zweiten bemalten Stein ab – ein besonderer Moment auf unserem Weg.

Danach heißt es wieder: Berg auf, Berg ab – wie könnte es auch anders sein. Und das Ganze bei knackigen 30 Grad. Der Camino dachte sich wohl: „Zum Abschluss geben wir nochmal alles!“

Nach 18 Kilometern erreichen wir schließlich den Fluss Bidasoa – und damit die spanisch-französische Grenze. Verrückt: Wir lassen Frankreich hinter uns! Rund 1.600 Kilometer sind wir inzwischen durch dieses wunderschöne Land gelaufen und durften Natur, Menschen und Traditionen hautnah erleben.

Doch jetzt beginnt ein neues Kapitel: Hola España! Natürlich waren wir vorbereitet und haben direkt unsere passenden Spanien-Shirts angezogen – man muss schließlich stilvoll einreisen.

An diesem Fluss legt Isabelle ihr drittes Steinchen ab – ein weiterer kleiner, besonderer Moment auf unserer Reise.

Die letzten Kilometer führen uns schließlich zum Hotel. Nach 21 Kilometern erreichen wir unsere Unterkunft – und bekommen dort sogar noch einen Stempel. Nach insgesamt 516,6 Kilometern haben wir Irun erreicht. Was für eine Etappe, was für Erlebnisse – einfach crazy, was wir wieder alles erleben durften.

Morgen startet unser Abenteuer Rückreise, aber eins ist sicher: Nächstes Jahr gehts auf dem Camino del Norte weiter ins nächste Abenteuer!

Ein riesiges Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender! <3
Durch eure Unterstützung konnten wir bis jetzt auf dieser Etappe über 3.500 Euro erlaufen – Wahnsinn!

Buen Camino an euch alle!

Reisetagebuch Jakobsweg – 7. Etappe 2026 – 20.05.2026

Heute führt uns der Weg von Espelette nach Ascain – und so, wie der gestrige Tag geendet hat, beginnt auch der heutige direkt wieder: mit Höhenmetern. Natürlich. Der Jakobsweg wollte wohl sichergehen, dass unsere Beine nicht vergessen, wofür sie da sind.

Wir laufen zunächst durch Espelette und wundern uns, warum überall Chilis an den Hauswänden hängen. Chilis hier, Chilis da, sogar Souvenirläden voller Chilis. Nach einer kurzen Google-Recherche wird schnell klar: In Espelette gibt es eine ganz besondere Chili-Sorte, die nur hier im französischen Baskenland wächst. Und als wäre das nicht schon spannend genug, finden wir heraus, dass Christoph Kolumbus diese Chili einst mitgebracht haben soll. Wer hätte gedacht, dass unser Sightseeing heute eine kleine Geschichtsstunde inklusive Gewürzkunde wird?

Nach dieser überraschenden Chili-Tour geht es – wenig überraschend – wieder hoch und runter weiter Richtung Souraide. Dort haben wir gleich doppelt Glück: Ein kleiner Tante-Emma-Laden hat geöffnet, und wir sind heute so durstig, dass wir gefühlt den gesamten Wasservorrat leerkaufen könnten.

Anschließend besuchen wir die Kirche – und haben erneut Glück: Es gibt einen Stempel! Kleine Dinge machen auf dem Jakobsweg eben große Freude.

Weiter gehts nach Saint-Pée-sur-Nivelle. Auch hier ergattern wir einen weiteren Stempel, allerdings an einem Ort, mit dem wir nun wirklich nicht gerechnet hätten: einem Kiosk! In der Pèlerine, im Tourismusbüro und im Rathaus gingen wir leer aus – aber im Kiosk hatten wir Glück. Verrückt. Wieder etwas Neues gelernt: Auf dem Camino weiß man nie, wo das nächste kleine Wunder wartet.

Nach etwa 13 Kilometern legen wir erst einmal eine wohlverdiente Mittagspause ein. Danach führt uns der Weg wieder in den Wald – inklusive eines Aufstiegs. Wir kämpfen uns nach oben und werden, wie so oft, mit einer grandiosen Aussicht belohnt.

Nach 22,9 Kilometern erreichen wir schließlich unser Hotel in Ascain. Und auch hier haben wir noch einmal Glück: Im Tourismusbüro bekommen wir tatsächlich noch einen weiteren Stempel.

Heute war einfach ein richtig guter Tag: drei Stempel gesammelt, wieder unglaublich viele Spendengelder erhalten – und jetzt liegt nur noch eine einzige Etappe vor uns. Das Ziel rückt immer näher.

Reisetagebuch Jakobsweg – 7. Etappe 2026 – 19.05.2026

Heute führte uns der Weg von Bidarray nach Espelette – auf dem Papier ganz entspannte 17,6 Kilometer. Auf dem Papier, wohlgemerkt. Mittlerweile wissen wir ja: Unter 20 Kilometer machen wir scheinbar grundsätzlich nicht mehr. Und Spoiler vorweg: Heute war natürlich keine Ausnahme.

Um 8 Uhr gab es erst einmal Frühstück im Hotel. Gut gestärkt ging es los – beziehungsweise fast. Denn direkt zu Beginn haben wir uns noch einen kleinen „Warm-up-Umweg“ von etwa 1,5 Kilometern gegönnt: ein Abstecher zur Mairie (für unseren nächsten Stempel im Stempelheft) und zum Supermarkt musste noch sein.

Danach führte uns der Weg immer entlang des Flusses „La Nive“ – hoch, runter, hoch, runter… und zur Sicherheit nochmal hoch und runter. Komoot hatte uns eigentlich nur entspannte 210 Höhenmeter angekündigt. Entweder hatte die App heute einen besonders optimistischen Tag oder wir haben unterschiedliche Definitionen von „entspannt“. Im Nachhinein stellte sich nämlich heraus: Es waren eher 360 Höhenmeter.

Nach ungefähr 8 Kilometern legten wir unsere erste Pause ein – stilecht am Straßenrand, weil die Auswahl an gemütlichen Rastplätzen heute eher überschaubar war. Anschließend ging es weiter über die mittlerweile vertrauten Hügel, diesmal sogar direkt am Fluss entlang. Dafür wurden wir immerhin mit wunderschöner Aussicht belohnt. Besonders spannend: Wir konnten Menschen beobachten, die sich fürs Wasserrafting vorbereiteten.

Nach etwa 14 Kilometern erreichten wir Itxassou und stellten fest: In unserem heutigen Zielort gibt es keine Möglichkeit, an Lebensmittel zu kommen. Da wir wieder in einem Apartment übernachten und uns selbst versorgen müssen, hieß das: Mission Supermarkt. Problem nur – der nächste lag in Itxassou, mit einem zusätzlichen Umweg von über 2 Kilometern. Begeisterung hielt sich in Grenzen, aber eine Alternative gab es nicht.

Also zogen Isabelle und ich ohne Rucksäcke los, während Mama heldenhaft bei den gesamten Taschen Wache hielt. Nach einer guten halben Stunde kamen wir mit vollgepackten Einkaufstaschen zurück. Alles noch schnell irgendwie in die ohnehin schon gut gefüllten Rucksäcke gestopft – Tetris für Fortgeschrittene – und weiter auf die letzten vier Kilometer. Die fühlten sich mit überladenem Gepäck plötzlich eher wie vierzehn an.

Nach insgesamt 22,6 Kilometern und etwa 360 Höhenmetern kamen wir schließlich in Espelette an. Wieder einmal nichts mit der angekündigten entspannten Tour – aber mittlerweile sind wir das ja fast schon gewohnt.