
Heute führt uns der Weg von Espelette nach Ascain – und so, wie der gestrige Tag geendet hat, beginnt auch der heutige direkt wieder: mit Höhenmetern. Natürlich. Der Jakobsweg wollte wohl sichergehen, dass unsere Beine nicht vergessen, wofür sie da sind.
Wir laufen zunächst durch Espelette und wundern uns, warum überall Chilis an den Hauswänden hängen. Chilis hier, Chilis da, sogar Souvenirläden voller Chilis. Nach einer kurzen Google-Recherche wird schnell klar: In Espelette gibt es eine ganz besondere Chili-Sorte, die nur hier im französischen Baskenland wächst. Und als wäre das nicht schon spannend genug, finden wir heraus, dass Christoph Kolumbus diese Chili einst mitgebracht haben soll. Wer hätte gedacht, dass unser Sightseeing heute eine kleine Geschichtsstunde inklusive Gewürzkunde wird?
Nach dieser überraschenden Chili-Tour geht es – wenig überraschend – wieder hoch und runter weiter Richtung Souraide. Dort haben wir gleich doppelt Glück: Ein kleiner Tante-Emma-Laden hat geöffnet, und wir sind heute so durstig, dass wir gefühlt den gesamten Wasservorrat leerkaufen könnten.
Anschließend besuchen wir die Kirche – und haben erneut Glück: Es gibt einen Stempel! Kleine Dinge machen auf dem Jakobsweg eben große Freude.
Weiter gehts nach Saint-Pée-sur-Nivelle. Auch hier ergattern wir einen weiteren Stempel, allerdings an einem Ort, mit dem wir nun wirklich nicht gerechnet hätten: einem Kiosk! In der Pèlerine, im Tourismusbüro und im Rathaus gingen wir leer aus – aber im Kiosk hatten wir Glück. Verrückt. Wieder etwas Neues gelernt: Auf dem Camino weiß man nie, wo das nächste kleine Wunder wartet.
Nach etwa 13 Kilometern legen wir erst einmal eine wohlverdiente Mittagspause ein. Danach führt uns der Weg wieder in den Wald – inklusive eines Aufstiegs. Wir kämpfen uns nach oben und werden, wie so oft, mit einer grandiosen Aussicht belohnt.
Nach 22,9 Kilometern erreichen wir schließlich unser Hotel in Ascain. Und auch hier haben wir noch einmal Glück: Im Tourismusbüro bekommen wir tatsächlich noch einen weiteren Stempel.
Heute war einfach ein richtig guter Tag: drei Stempel gesammelt, wieder unglaublich viele Spendengelder erhalten – und jetzt liegt nur noch eine einzige Etappe vor uns. Das Ziel rückt immer näher.



