
Heute führte uns der Weg von Orthez nach Sauveterre-de-Béarn – geplant waren entspannte 25 Kilometer. (Spoiler: Unser Verhältnis zu geplanten Kilometern bleibt kompliziert.)
Nach einem wirklich leckeren Frühstücksbuffet ging es um halb acht erstmal noch in die Bäckerei, um den Proviantbestand zu erhöhen. Gut ausgestattet machten wir uns auf den Weg – immerhin den ersten Kilometer noch trocken. Danach setzte der Regen wieder ein. Aber im Vergleich zu gestern war das eher freundliches Nieseln statt Weltuntergang.
Unser Weg führte uns durch die kleinen Dörfer Lanneplaà und L’Hôpital-d’Orion. Dort trafen wir auf eine Pilgerstatue und nutzten die Kirche für eine Pause. Dabei erfuhren wir, dass der Ort historisch eine wichtige Station für Pilger war, denn direkt neben der Kirche befand sich früher ein Hospital, in dem Reisende und Pilger Unterschlupf finden konnten.
Nach der Pause wurde der Himmel allerdings verdächtig dunkel – richtig dunkel. Also schnell rein in die Regenklamotten. Und natürlich: Kaum waren wir auf einem Waldweg angekommen, der ohnehin schon größtenteils aus Matsch bestand, öffnete der Himmel erneut sämtliche Schleusen. Aus Weg wurde Bach, aus Wandern wurde vorsichtiges Vorwärtsrutschen. Alles war nass, glitschig und wir hatten zeitweise echte Mühe, überhaupt voranzukommen.
Danach ging es weiter nach dem bekannten Pilger-Motto: Höhenmeter hoch, Höhenmeter runter. In Andrein machten wir noch eine kurze Pause an der Kirche, bevor wir uns auf den Weg Richtung Sauveterre-de-Béarn machten. Was wirklich schön ist: Die Pyrenäen kommen inzwischen immer näher und sind immer besser zu sehen – ein richtig tolles Gefühl und definitiv Motivation.
In Sauveterre-de-Béarn wollten wir eigentlich noch die Kirche besichtigen. Leider fand dort gerade eine Hochzeit statt – und wir dachten kurz, ob wir einfach so tun, als gehörten wir dazu. Haben wir natürlich nicht gemacht. Schade nur, dass wir uns dafür gefühlt 200 Stufen hochgequält haben.
Anschließend schauten wir uns noch die historische Brücke an, bevor es endlich Richtung Unterkunft ging. Nach 28 Kilometern (warum wir eigentlich jemals glauben, die geplante Distanz würde stimmen, wissen wir selbst nicht) kamen wir dort an.
Die heutige Besonderheit: Uns hat die Nachricht erreicht, dass weitere Spenden in Höhe von 450 Euro eingegangen sind. Wir sind wirklich überwältigt – vielen lieben Dank für euren großartigen Support!



