Reisetagebuch Jakobsweg – 3. Etappe 2023 – 09.04.2023

10. Tag Rückreise

Wir starten unseren Rückreisetag mit einem sehr reichhaltigen Frühstück mit Sigrid und Manfred in unserer Unterkunft. Im Anschluss treten wir die Heimreise nach Mannheim mit Zwischenstopp in St. Ingbert an.

Rückblickend sind wir bei dieser Etappe von Metz nach Joinville knapp 180 km in 8 Tagen gelaufen.

Die nächste Etappe im Juni wird uns von Joinville nach voraussichtlich Chablis führen. Auch hier nochmal vielen Dank für Euer Interesse und Unterstützung.

Reisetagebuch Jakobsweg – 3. Etappe 2023 – 08.04.2023

9. Tag von Bure bis Joinville

Wir haben gestern in dem „Hotel Restaurant du Bindeuil“ in Bure übernachtet. Sowohl das Hotel als auch der Ort waren wie ausgestorben und sehr merkwürdig. Heute morgen werden wir durch laute Musikbässe geweckt, die uns noch sehr lange auf dem Weg begleiten.

Nach dieser nicht so erholsamen Nacht, starten wir unsere letzte Etappe von Bure nach Joinville. Die erste Ortschaft, die wir erreichen ist „Gillaumé“. Hier klingeln wir am Haus des Bürgermeisters und erhalten netterweise einen weiteren Stempel für unser Pilgerheft.

Nach dem Ort „Échenay“ gelangen wir nach „Pansay“ und holen uns bei der Post erfolgreich den zweiten Stempel des Tages. Die nächsten Kilometer laufen wir an Feldern und Wiesen entlang sowie durch Waldstücke (ohne merkwürdige Geräusche oder Begegnungen mit Wildschweinen).

Nach 22,8 km erreichen wir ENDLICH, jedoch mit leichten Blessuren, unser Etappenziel Joinville und erhalten dort unseren dritten Stempel. Das heutige Highlight ist unsere Unterkunft, in der wir uns wie im Mittelalter fühlen. Die Einrichtung besteht aus alten dunklen Möbeln, vielen Puppen und einer Menge Krimskrams. Mittlerweile sind wir so ein eingespieltes Team, dass uns selbst eine offene Dusche und Toilette (ohne Tür / Wand) auf einer Empore nichts mehr ausmacht.

Zum Abschluss des Tages freuen wir uns auf den Besuch von Sigrid und Manfred. Die beiden nehmen erneut einen weiten Weg auf sich, um mit uns gemütlich den Abend ausklingen zu lassen und morgen die gemeinsame Heimreise anzutreten.

Reisetagebuch Jakobsweg – 3. Etappe 2023 – 07.04.2023

8. Tag von Houdelaincourt bis Bure

Gestern Abend hatten wir ein sehr leckeres Abendessen mit unseren Gastgebern vom „La Maison du Canal“, Caroline und Philipp. Philipp spricht hervorragend deutsch, dadurch hatten wir einen super netten und informativen Abend. Er berichtete u. a. über das Leben in den kleinen französischen Dörfern, über die schwierige Infrastruktur – die beiden müssen 30 km zum Einkaufen fahren – und über die schwierige politische Lage in Frankreich.

Heute morgen zum Frühstück gibt es die leckersten Croissants der Woche. Nach diesem reichhaltigen und stärkenden Frühstück verabschieden wir uns ganz herzlich von den beiden. Unsere heutige Etappe führt uns von Houdelaincourt nach Bure. Bevor wir den Ort verlassen, haben wir zwei Erfolgserlebnisse:

  • Ein offenes Rathaus für den nächsten Stempel
  • Eine offene (die erste auf dem gesamten Weg!!!) Bäckerei mit super leckerem Gebäck

Der Weg führt uns heute durch den Wald und an einem Windpark vorbei. Die letzten zwei Kilometer bis zur Waldgrenze zehrt ziemlich an unseren Nerven. Zuerst finden wir auf dem Weg einen Kieferknochen mit Zähnen und dem Hauer eines Wildschweins und eine Menge aufgewühlter Stellen in der Erde. Plötzlich hören wir zu unserer linken ein tiefes, dunkles, dichtes und aggressives Knurren. Wir nehmen sofort Abstand von der Stelle und klettern unter einem Maschendrahtzaun durch, um vor dem Vieh etwas sicherer zu sein.

Da die Wiese kein offizieller Weg ist, müssen wir mehrfach einen Bach überqueren, unter Maschendrahtzäunen durchschlüpfen und durchs hohe Gras waten. Bevor wir das letzte Hindernis bewältigen, sehen wir einen Fuchs, der gerade am Bach trinkt. Voller Faszination stehen wir da und beobachten das Tier, bevor es uns erblickt und wegrennt. Noch voller Adrenalin schrecken wir daraufhin sogar vor zwei Enten zusammen, die plötzlich vor uns hochfliegen.

Nach dieser „Nahtoderfahrung“ landen wir kurze Zeit später wohlbehalten in Bure, machen dort kurze Mittagspause und ergattern den zweiten Stempel für heute. Kurz vorm Hotel müssen wir nochmals über einen Bach und eine gewisse Person bekommt daraufhin nasse Füße, nasse Socken und eine nasse Hose. Zum guten Glück sind es nur noch 5 Minuten bis zur Unterkunft. Nach 15,9 abenteuerlichen Kilometern sind wir heilfroh, unbeschadet in der Unterkunft anzukommen.