Reisetagebuch Jakobsweg – 7. Etappe 2026 – 19.05.2026

Heute führte uns der Weg von Bidarray nach Espelette – auf dem Papier ganz entspannte 17,6 Kilometer. Auf dem Papier, wohlgemerkt. Mittlerweile wissen wir ja: Unter 20 Kilometer machen wir scheinbar grundsätzlich nicht mehr. Und Spoiler vorweg: Heute war natürlich keine Ausnahme.

Um 8 Uhr gab es erst einmal Frühstück im Hotel. Gut gestärkt ging es los – beziehungsweise fast. Denn direkt zu Beginn haben wir uns noch einen kleinen „Warm-up-Umweg“ von etwa 1,5 Kilometern gegönnt: ein Abstecher zur Mairie (für unseren nächsten Stempel im Stempelheft) und zum Supermarkt musste noch sein.

Danach führte uns der Weg immer entlang des Flusses „La Nive“ – hoch, runter, hoch, runter… und zur Sicherheit nochmal hoch und runter. Komoot hatte uns eigentlich nur entspannte 210 Höhenmeter angekündigt. Entweder hatte die App heute einen besonders optimistischen Tag oder wir haben unterschiedliche Definitionen von „entspannt“. Im Nachhinein stellte sich nämlich heraus: Es waren eher 360 Höhenmeter.

Nach ungefähr 8 Kilometern legten wir unsere erste Pause ein – stilecht am Straßenrand, weil die Auswahl an gemütlichen Rastplätzen heute eher überschaubar war. Anschließend ging es weiter über die mittlerweile vertrauten Hügel, diesmal sogar direkt am Fluss entlang. Dafür wurden wir immerhin mit wunderschöner Aussicht belohnt. Besonders spannend: Wir konnten Menschen beobachten, die sich fürs Wasserrafting vorbereiteten.

Nach etwa 14 Kilometern erreichten wir Itxassou und stellten fest: In unserem heutigen Zielort gibt es keine Möglichkeit, an Lebensmittel zu kommen. Da wir wieder in einem Apartment übernachten und uns selbst versorgen müssen, hieß das: Mission Supermarkt. Problem nur – der nächste lag in Itxassou, mit einem zusätzlichen Umweg von über 2 Kilometern. Begeisterung hielt sich in Grenzen, aber eine Alternative gab es nicht.

Also zogen Isabelle und ich ohne Rucksäcke los, während Mama heldenhaft bei den gesamten Taschen Wache hielt. Nach einer guten halben Stunde kamen wir mit vollgepackten Einkaufstaschen zurück. Alles noch schnell irgendwie in die ohnehin schon gut gefüllten Rucksäcke gestopft – Tetris für Fortgeschrittene – und weiter auf die letzten vier Kilometer. Die fühlten sich mit überladenem Gepäck plötzlich eher wie vierzehn an.

Nach insgesamt 22,6 Kilometern und etwa 360 Höhenmetern kamen wir schließlich in Espelette an. Wieder einmal nichts mit der angekündigten entspannten Tour – aber mittlerweile sind wir das ja fast schon gewohnt.

Elternfrühstück auf der Kinderkrebsstation

Heute ist es wieder soweit – unser gemeinsames Elternfrühstück.

Wir bereiten regelmäßig frische, herzhafte und süße Leckereien vor, damit die Eltern sich einen Moment Zeit nehmen können, durchzuatmen und wieder Kraft zu tanken.

Dieses Frühstück ist mehr als Nahrungszufuhr – es ist eine wertvolle Gelegenheit für Nähe, Austausch und Unterstützung. Inmitten von Behandlungszimmern und Wartezeiten bietet der Duft von frischen Brötchen, Obst und warmem Kaffee Raum für Gemeinschaft, Ermutigung und Zuversicht. Das tut allen gut!

Danke an alle Spender und Spenderinnen, die uns auch diese Art von Unterstützung ermöglichen.

Reisetagebuch Jakobsweg – 7. Etappe 2026 – 18.05.2026

Heute führte uns der Weg vom kleinen Pilgerörtchen Saint-Jean-Pied-de-Port nach Biddaray. Da ab heute die „entspannten“ Etappen beginnen, haben wir den Morgen ganz gemütlich angehen lassen. Um 7:30 Uhr gab es erstmal Frühstück – schließlich pilgert es sich mit vollem Magen deutlich motivierter.

Danach ging es tatsächlich ohne Rucksack los – eine echte Seltenheit und fast schon ein Gefühl von Freiheit. Unser Ziel: das Pilgerbüro, wo wir uns einen Stempel für den Pilgerpass abholen wollten. Und Büro trifft es wirklich auf den Punkt: Menschen aus aller Welt ließen sich dort in den verschiedensten Sprachen über den Camino beraten. Für einen simplen Stempel mussten wir sogar Schlange stehen. Verrückt – und irgendwie herrlich ungewohnt.

Nach dem offiziellen „Stempel-Spektakel“ schnappten wir wieder unsere Rucksäcke, bekamen von unserer Unterkunftsinhaberin noch schnell ein Abschiedsfoto verpasst und dann konnte es endlich losgehen.

Seit wir 2021 in Speyer auf dem Camino gestartet sind, führte unser Weg eigentlich immer Richtung Süden. Heute war Premiere: Zum ersten Mal liefen wir westwärts – Richtung Atlantik. Auch das fühlte sich irgendwie seltsam an.

Die Strecke selbst war heute wieder wunderbar ruhig. Komplett allein schlängelten wir uns an den Berghängen entlang, mal bergauf, mal bergab – natürlich immer begleitet von traumhaften Ausblicken auf die Berge, wirklich wunderschön. Nach etwa 12 Kilometern legten wir im kleinen Örtchen Otikorene Mittagspause ein. Und plötzlich – als hätte jemand eine Szene aus einem Heimatfilm gestartet – rannte einfach eine ganze Schafherde an uns vorbei. Fehlte eigentlich nur noch die passende Hintergrundmusik.

Außerdem befinden wir uns seit heute offiziell im Baskenland – einer Region, die sich über Teile Südfrankreichs und Nordspaniens erstreckt und ihre ganz eigene Kultur mitbringt. Nach insgesamt 23,3 Kilometern und rund 470 Höhenmetern erreichten wir schließlich unsere Unterkunft in Biddaray.