Reisetagebuch Jakobsweg – 7. Etappe 2026 – 18.05.2026

Heute führte uns der Weg vom kleinen Pilgerörtchen Saint-Jean-Pied-de-Port nach Biddaray. Da ab heute die „entspannten“ Etappen beginnen, haben wir den Morgen ganz gemütlich angehen lassen. Um 7:30 Uhr gab es erstmal Frühstück – schließlich pilgert es sich mit vollem Magen deutlich motivierter.

Danach ging es tatsächlich ohne Rucksack los – eine echte Seltenheit und fast schon ein Gefühl von Freiheit. Unser Ziel: das Pilgerbüro, wo wir uns einen Stempel für den Pilgerpass abholen wollten. Und Büro trifft es wirklich auf den Punkt: Menschen aus aller Welt ließen sich dort in den verschiedensten Sprachen über den Camino beraten. Für einen simplen Stempel mussten wir sogar Schlange stehen. Verrückt – und irgendwie herrlich ungewohnt.

Nach dem offiziellen „Stempel-Spektakel“ schnappten wir wieder unsere Rucksäcke, bekamen von unserer Unterkunftsinhaberin noch schnell ein Abschiedsfoto verpasst und dann konnte es endlich losgehen.

Seit wir 2021 in Speyer auf dem Camino gestartet sind, führte unser Weg eigentlich immer Richtung Süden. Heute war Premiere: Zum ersten Mal liefen wir westwärts – Richtung Atlantik. Auch das fühlte sich irgendwie seltsam an.

Die Strecke selbst war heute wieder wunderbar ruhig. Komplett allein schlängelten wir uns an den Berghängen entlang, mal bergauf, mal bergab – natürlich immer begleitet von traumhaften Ausblicken auf die Berge, wirklich wunderschön. Nach etwa 12 Kilometern legten wir im kleinen Örtchen Otikorene Mittagspause ein. Und plötzlich – als hätte jemand eine Szene aus einem Heimatfilm gestartet – rannte einfach eine ganze Schafherde an uns vorbei. Fehlte eigentlich nur noch die passende Hintergrundmusik.

Außerdem befinden wir uns seit heute offiziell im Baskenland – einer Region, die sich über Teile Südfrankreichs und Nordspaniens erstreckt und ihre ganz eigene Kultur mitbringt. Nach insgesamt 23,3 Kilometern und rund 470 Höhenmetern erreichten wir schließlich unsere Unterkunft in Biddaray.