
Heute führt uns unser Weg von Sauveterre-de-Béarn nach Arhansus – rund 26 Kilometer und über 550 Höhenmeter warten auf uns. Klingt erst mal machbar… zumindest solange man die Höhenmeter nur liest und nicht laufen muss.
Nach einer wunderbaren Nacht bei Patricia, unserer Gastgeberin, machen wir uns um halb neun auf den Weg. Das gestrige Abendessen war einfach himmlisch. Patricia hat sich scheinbar auch richtig über unseren Besuch gefreut, was den Abschied umso herzlicher machte.
Die ersten 14,8 Kilometer führen uns bis nach Saint-Palais. Der Weg besteht heute allerdings gefühlt hauptsächlich aus einem sehr beliebten Spiel namens: Regenkleidung anziehen – Regenkleidung ausziehen. Das Wetter konnte sich offenbar selbst nicht entscheiden.
In Saint-Palais kaufen wir zunächst einen kleinen Tante-Emma-Laden leer (natürlich nur im Rahmen der Pilgergrundversorgung) und gönnen uns anschließend eine Pause an der Kirche. Dort treffen wir auch unseren ersten Radfahrer auf dem Camino.
Wir trocknen unsere Sachen, stärken uns und dann wirds ernst: Zwei Monsteranstiege warten auf uns. Es geht von 70 auf 250 Höhenmeter – und unsere Beine melden vorsichtshalber schon mal Protest an. Doch der erste schweißtreibende Aufstieg wird reich belohnt: ein fantastischer Blick auf die Pyrenäen und die drei Steine, die sogenannten „Gibraltar-Stelen“. Da vergisst man für einen Moment sogar die brennenden Oberschenkel.



