
Am 6. Wandertag führt uns der Weg aus dem schönen Dörfchen La Réole nach Auros – geplant waren ca. 23 km, geworden sind es am Ende natürlich ein paar mehr.
Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel starten wir gegen 07:30 Uhr in unsere heutige Etappe. Der Tag steht ganz im Zeichen toller Begegnungen und besonderer Momente.
In Floudes treffen wir zwei Spaziergänger. Einer von ihnen erzählt begeistert, dass er selbst schon mehrere Caminos gelaufen ist. Besonders schwärmt er vom Camino del Norte: wunderschön, aber mit ordentlich Höhenmetern – also quasi „Postkartenblick inklusive Schnappatmung“. In Spanien werden wir diesen Camino in Angriff nehmen.
Unser Weg führt weiter nach Pondaurat, wo wir über eine wunderschöne alte Brücke laufen. Dort gönnen wir uns mit Blick auf die Brücke und das Kloster unser zweites Frühstück.
Danach geht es weiter über Savignac nach Brannens. Hinter Brannens besuchen wir die Abtei Le Rivet, wo uns besonders herzliche Begegnungen mit den Nonnen und dem Pfarrer erwarten. Eine Nonne spricht sogar Deutsch und erzählt uns einiges über ihr Leben. Zum Abschluss machen wir noch ein gemeinsames Foto – wir sind sehr dankbar für diese besondere Begegnung. Sogar in ihre Gebete werden wir mit eingeschlossen.
Anschließend führt uns der steile Weg hoch nach Auros. Auch dort haben wir in der Kirche nochmal Glück: Zwei Schwestern, die gerade am Putzen sind, geben uns einen Stempel für unseren Pilgerpass. Nachdem wir gefragt haben, verschwindet eine der beiden kurz und kommt mit Brille und Stempel bewaffnet zurück – bestens ausgerüstet für die heilige Bürokratie des Pilgerlebens. Zwar verstehen wir sprachlich nicht besonders viel, aber ihre Herzlichkeit spricht ohnehin für sich.
Zum Schluss decken wir uns noch mit Essen für heute Abend und morgen ein, denn morgen ist Feiertag in Frankreich. Ohne Vorräte hätten wir vermutlich schlechte Karten.
Nach 25,7 km erreichen wir schließlich unsere heutige Unterkunft, die richtig schön ist. Wir freuen uns auf unsere heutige Fertig-Pizza.



