Reisetagebuch Jakobsweg – 5. Etappe 2024 – 18.03.2024

Heute morgen werden wir mit einem total leckeren Frühstück verwöhnt und dürfen uns sogar Proviant für die Mittagspause mitnehmen.

Danach beginnt der Startschuss in unsere heutige Etappe, allerdings überrascht uns schon nach einigen Meter leichter Nieselregen. Schon von weitem sehen wir die imposante Basilika Sainte Marie-Madeleine von Vezelay hoch auf dem Berg. Unsere Gastgeber haben uns schon vorgewarnt, dass der Aufstieg sehr, sehr anstrengend sein soll und so war es dann auch.

Ziemlich außer Puste kommen wir oben an und besuchen gleich die Kirche. Die Vorhalle diente früher zur Unterbringung der Pilger. Wir ergattern einen Stempel und spazieren dann durch den wirklich hübschen Ort. Bei den „Freunden des Saint-Jaques“ bekommen wir einen weiteren Stempel.

Danach führt der Weg in ständigem auf und ab (sehr zu unserem Leidwesen) durch die Landschaft. Die Wege waren sehr, sehr matschig und man musste höllisch aufpassen, nicht auszurutschen. Die größte Demotivation kam aber zum Ende, als wir in die Straße von unseren Unterkunft einbogen, mussten wir bis zur Hausnummer 9 laufen, was 1,5 km lang war und stetig aufwärts ging. Danach haben wir alle keinen Bock mehr.

Alles in allem waren es heute 600 Höhenmeter und 22,7 km. Wir sind fix und fertig.

Reisetagebuch Jakobsweg – 5. Etappe 2024 – 17.03.2024

Der Abend in unserer Pilgerunterkunft „Maison de Pelerins“ gestaltete sich als toller Austausch mit Petra, der Inhaberin, mit einer super Verköstigung (Suppe, Quiche und selbstgemachter Pflaumennachtisch). Es war eine tolle Zeit und ein super Start in die diesjährige Etappe.

Petra lebt den Camino durch und durch, sie ist selber viele Touren gelaufen und liebt den Austausch mit Pilgern, deswegen hat sie auch diese Pilgerunterkunft ins Leben gerufen. Zur Verabschiedung hat jeder ein selbstgehäckeltes Herz von Petra erhalten. Für sie ist es Tradition, dass jeder Pilger ein Stückchen von ihr mitnimmt.

Mit dieser Positivität starten wir in unsere heutige Etappe. Der Weg führt uns vorbei an den Höhlen von Arcy, dort lebten früher die Neandertaler. Weiterhin durchqueren wir die Orte „Bessy-sur-cure“ und „Arcy-Aue-Cure“ und stapfen durch viele Wälder und Wiesen. Nach 24,1 km erreichen wir unseren Zielort „Montilot“ und unsere Unterkunft „Le Repos Coquelicot“. Der heutige Tag steht ganz unter dem Motto „der Schmerz ist unser treuer Begleiter“.

Reisetagebuch Jakobsweg – 5. Etappe 2024 – 16.03.2024

Endlich fängt unsere erste Tour der neuen Etappe an, der Weg soll uns heute nach nach Accolay führen. Nach einem sehr kargen Frühstück (ein bisschen Baguette vom Vortag, Stinkekäse und Salami) beginnt unsere Wanderung entlang des Flusses „L‘Yonne“.

Diese Strecke gilt als eine der schönsten Wasserwege Frankreichs und führt uns ca. 20 km entlang an diesem Kanal. Da wir unsere Rucksäcke mit der Jakobsmuschel gepimpt haben, wird uns unterwegs sehr oft „Bon Courage“ (viel Glück) zugerufen.

In dem Städtchen „Champs-sur-Yonne“ haben wir glücklicherweise einen offenen Supermarkt gefunden, in dem wir uns mit Wasser und Keksen ausrüsten können. Das Glück bleibt uns hold und wir erwischen unseren ersten Stempel in einer offenen Mairie.

Der Weg geht an dem Fluss bis nach Gravant weiter, dort fotografieren wir das historische Stadttor und begeben uns auf die letzten 3 km unserer heutigen Etappe, die es ganz schön in sich haben. Nach einen schweißtreibenden Anstieg im Wald erreichen wir nach 24,1 km unsere Pilgerunterkunft „Maison de Pelerins“ in Accolay.