Fit gegen Kinderkrebs: Interview mit unserer Physiotherapeutin

Liebe Frau Ritter, Sie sind unsere Physiotherapeutin für unser Sportprojekt: „Fit gegen Kinderkrebs“.

Wie sieht denn so ein Einsatz auf der Kinderkrebsstation aus, was machen Sie vor Ort?

Das ist ganz vielseitig: Wichtig ist es, die Kinder zu motivieren, sich zu bewegen und das Bett wieder zu verlassen. Wir, als Erwachsene, wissen, dass es schmerzhaft und sehr anstrengend sein kann, sich nach langer Bettlägerigkeit wieder zu bewegen und aufzustehen; wissen aber, „dass es sein muss“, um wieder fit zu werden. Bei Kindern ist das natürlich schwer, sie wollen eventuelle Schmerzen vermeiden und bleiben dann lieber liegen. Hier komme ich ins Spiel:
Manchmal fangen wir an, mit kleinen Wurfsäckchen hin- und herzuwerfen, mit großen Papprollen kann man im Bett Luftballontennis spielen oder diese zum Fechten verwenden – das alles macht den Kindern Freude und kann dazu führen, dass die kleinen Patienten dann auch bereit sind, für andere Spiele das Bett zu verlassen.
Bei einem kleinen Kind hat einmal der „Windelweitwurf“ Wunder gewirkt… hier konnte es seine Oma mit der Windel „abwerfen“, hat sich dabei bemüht, sich immer weiter aufzurichten, um besser zu treffen und der Spaßfaktor war auch ganz enorm!

Und wie kann man die Jugendlichen zur Bewegung motivieren?

Mit den Größeren spiele ich gerne Hockey oder Fußball auf dem Gang, es werden Hindernisparcours angelegt oder eine Koordinationsleiter auf den Gang geklebt.
Wir sind alle schon sehr gespannt auf die Nintendo Switch mit Monitor und mobilem Tisch, die der Verein für krebskranke Kinder in Mannheim aus Spendenmitteln anschaffen konnte und die bald auf der Station 31.4 installiert wird!

Was ist denn für Sie das Schönste bei dieser Art der Arbeit?

Die Sinnhaftigkeit des Tuns!
Alles kommt direkt den kleinen Patienten zugute, und die Freude zu erleben, wenn sie sich zutrauen, das Bett zu verlassen und Spaß an den Bewegungsspielen haben, ist wunderschön! Außerdem arbeiten wir hier alle im Team und jeder gibt alles dafür, das gemeinsame Ziel zu erreichen, dass es den kleinen Patienten schnell wieder besser geht und sie in ihren Alltag zurückkehren können.

Liebe Frau Ritter: Ein ganz, ganz dickes DANKESCHÖN, dass Sie mit so viel persönlichem Engagement unsere Kinder hier auf der Kinderkrebsstation unterstützen, wieder in Bewegung zu kommen! Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg und natürlich auch viel Freude.

Wer dieses tolle Projekt, wie Desi Fischer mit ihrem Jakobsweg-Spendenlauf, unterstützen möchte, ist herzlich dazu eingeladen, mit einer Spende zu helfen. 🙂

Reisetagebuch Jakobsweg – 5. Etappe 2024 – 20.03.2024

Heute morgen geht es von Corbigny – mit reichlich zu Essen aus der Boulangerie – auf die heutige Etappe. Wir durchqueren viele kleine verschlafene Örtchen, bei denen wir eher bellende Hunde als Menschen begegnen.

Nach 11,9 km erreichen wir Guipy und legen dort unsere Mittagspause beim Post Office ein. Anschließend laufen wir die letzten Kilometer zu unserem Etappenziel „Saint-Reverien“ durch überflutete Wege.

In unserer sehr, sehr einfachen Pilgerunterkunft angekommen, überziehen wir die Matratzen und den Bettbezug mit dünnen Schutzüberzügen und hoffen, dass wir uns keine Bettwanzen einfangen und die Nacht gut überstehen. Wir haben nach der heutigen Tour unsere ersten 100 Kilometer von dieser Etappe erreicht.

Reisetagebuch Jakobsweg – 5. Etappe 2024 – 19.03.2024

Nach einem mageren und wieder mal sehr kommunikativen Frühstück (gefühlt will jeder Gastgeber die Lebensgeschichten austauschen), starten wir um 8 Uhr mit unserer Tour. Mit Sonne im Rücken wandern wir über tolle Wiesen, Matschwege und Dörfer („Vignes-le-Haut“, „Anthien“). Heute kreuzen viele Tiere (Kühe, Kröte, Schafe, Esel, Pferde, Hühner, bellende Hunde) unseren Weg.

Nach 19 km erreichen wir unser Zielort „Corbigny“. Zuerst machen wir noch einen Stop im Rathaus, um uns einen Stempel (und einen Karton) zu ergattern. Der Karton wird benötigt, da ein paar Sachen in die Heimat versendet werden, da das Wetter besser als gedacht ist.

Anschließend kaufen wir im Supermarkt unser geliebtes Baguette, Käse und Salami ein und gehen dann sehr relaxed zu unserem Hotel. Leider war dort niemand vor Ort geschweige denn telefonisch zu erreichen. Mama geht daraufhin zurück zum Rathaus und versucht, über Google Übersetzer irgendeine Hilfe zu erhalten. Die netten Mitarbeiterinnen des Rathauses haben telefonisch auch niemanden im Hotel erreicht und empfehlen uns, dass 500 m entfernte Hotel zu nehmen.

Gesagt, getan. Auf dem Weg dorthin versuchen wir noch an etwas Bargeld zu kommen – auch das vergeblich. Das Ergebnis dieses Zwischenstops war es, dass der Kartenautomat meine Karte verschluckt hat. Auch hier war Google Übersetzer notwendig, um wieder an die Karte zu kommen.

Nach dem aufregenden Ende sind wir heilfroh, ein Zimmer mit warmer Dusche und etwas zu essen zu haben. Ende gut, alles gut!