Reisetagebuch Jakobsweg – 6. Etappe 2025 – 23.05.2025

Auch heute starten wir wieder mit unserem geliebten Frühstück – Baguette, Käse und Salami. Frisch gestärkt beginnt unsere Entspannungswanderung, denn heute haben wir „nur“ 24 km vor uns. Im Vergleich zu gestern ist das wirklich schon fast relaxed.

Der Weg führt uns raus aus der Stadt „La Souteraine“ entlang der Straße. Leider zieht sich der Weg heute gefühlt wieder nur an der Landstraße entlang. Wir durchqueren die Dörfer „Saint-Priest-la-Feuille“ und „Chamborand“. In beiden Dörfern können wir uns in der Kirche selbst einen Stempel in unsere Pilgerbücher machen. In „Chamborand“ machen wir nach ca. 15 km eine kurze Mittagspause, in der wir die gekauften Apfeltaschen mit Genuss essen.

Die letzten 8 km führen wiedermals entlang der Straße, kurz vor unserem heutigen Zielort „Bénévent-L’Abbaye“ kommen wir an einer wunderschönen Mühle und einem See vorbei. Um kurz nach 15 Uhr erreichen wir unseren Zielort, doch leider müssen wir bis 16 Uhr warten, bis das Hotel aufgemacht.

Bis dahin schlendern wir noch in dem Dorf entlang (so gut man halt nach 25 km noch schlendern kann) und sammeln auch hier noch einen Stempel für unser Pilgerbuch ein. Nach 25 km in 8 Stunden freuen wir uns, endlich im Hotel anzukommen und auf das Essen im Restaurant.

Reisetagebuch Jakobsweg – 6. Etappe 2025 – 22.05.2025

Unser 7. Wandertag steht mit einer Mammuttour vor uns, wir dürfen heute an die 32 km laufen. Um halb 6 stehen wir auf, frühstücken in unserem Appartment und machen uns um 6:45 Uhr auf den Weg. In der vergangenen Nacht hat es ziemlich stark geregnet. Der Himmel ist noch ziemlich bewölkt, da entscheiden wir uns direkt mit Regenjacken zu starten, um vor möglichen Schauern gewappnet zu sein.

Nach ein paar Kilometern stehen wir im hüfthohen, noch nassen Gras und kämpfen uns durch. Nach einigen Schritten waren unsere Wanderhosen klitschnass. Wir entscheiden uns dazu, die Regenhosen anzuziehen, damit wir vor weiterer Nässe geschützt sind. Der Plan geht auf.

Unser Weg führt uns am Ort „Crozant“ vorbei, danach laufen wir in einem Waldstück parallel dem Fluss „La Creuze“ entlang. Dieses Stück fühlt sich an, als wären wir in einem verwunschenen Wald und gleich kommen die Elfen und Gnome raus.

Nach 11,5 km haben wir unsere erste Pause, danach führt uns der Weg weiter durch die Dörfer „La Chepelle-Baloue“, „Proge“, „Saint-Germain-Beaupre“ sowie „Saint-Agnant-de-Versillat“. Im letztgenannten Dörfchen haben wir in der Mairie unseren einzigen Stempel für heute erhalten.

Als wir auf dem Feld wanderten, hat Isabelle eine Holzkiste mit einer Muschel am Baum gefunden. Die Kiste konnten wir öffnen und haben dort ein Büchlein vorgefunden, in der sich vorbeilaufende Pilger eingetragen haben – auch wir haben uns hier eingetragen.

Die letzten 3 km sind echt hart, die Füße fühlen sich an wie Blei, wir müssen uns immer wieder motivieren – aber nach ca. 10 Stunden und 32 km haben wir endlich den Ort „La Souterraine“ erreicht.

Reisetagebuch Jakobsweg – 6. Etappe 2025 – 21.05.2025

Nachdem wir am gestrigen Abend ein 4-Gänge Menü inklusive der Gesellschaft unserer Gastfamilie erhielten (die Kommunikation war zum Teil nur über Google Translate oder durch Katherine’s Französisch möglich), starten wir am nächsten Tag um kurz nach 7 Uhr (wieder mit Essen). Als wir unsere Rucksäcke packen, will die Dame des Hauses noch ein Gruppenfoto mit uns machen und schenkt uns anschließend sogar ein Lavendelsäckchen. Sie war anscheinend so faszinierst, dass sie sogar unsere Verabschiedung filmt.

Nach kurzer Zeit erreichen wir das Viadukt „Le Viaduc de l’Auzon“ das mit einer Länge von 499 m und 20 Bögen von 1899 bis 1952 für den Eisenbahnverkehr genutzt wurde. Danach führt uns der Weg circa 15 km über Wälder, Felder und Teerstraßen durch die Städtchen „Neuville“, „Pommiers“ und „Les Minieres“.

Um 12 Uhr erreichen wir das Dörfchen „Gargilesse“, das zurecht den Titel „das schönste Dörfchen Frankreichs“ hat. Hier schlendern wir durchs Dorf, erhalten im Touristenbüro einen Stempel, fühlen uns von den ganzen Touristen ziemlich beobachtet, machen Mittagspause und besichtigen noch die Kirche Notre Dame mit ihren gut erhaltenen Fresken in der Krypta.

Anschließend führt uns der Weg auf und ab, bis wir nach ca. 27 km in 8 Stunden unser Ziel „Eguzon“ erreichen. Hier gehen wir fürs Abendessen und Frühstück einkaufen und laufen anschließen schwer bepackt zu unserem Apartment. Heute Abend gibt es die heiß vermissten und geliebten Nudeln mit Tomatensoße.