Reisetagebuch Jakobsweg – 6. Etappe 2025 – 24.05.2025

Nach einer sehr erholsamen Nacht startet unser Tag sehr früh. Bereits um 6 Uhr war aufstehen angesagt, um kurz nach 7 Uhr machen wir uns auf den Weg zur Boulagerie. Da steht erstmal Frühstück im Stehen an.

Der anschließende Weg ist wunderschön durch Wälder und über Wiesen (nicht so wie gestern nur an der Straße entlang). In „Marsac“ erhalten wir unseren einzigen Stempel für heute in der Mairie. Danach führt uns ein sehr anstrengender Weg mit 400-450 Höhenmetern nach „St. Goussaud“, dort angekommen machen wir erstmal Mittagspause.

Auf tollen Wegen – teils sehr, sehr steil – kommen wir kurz vor 16 Uhr in „Châtelus-le-Marceix“ bei einer sehr lieben Engländerin in ihrem B&B an. Heute sind wir wieder über 8 Stunden mit ca. 22,7 km gelaufen.

Reisetagebuch Jakobsweg – 6. Etappe 2025 – 23.05.2025

Auch heute starten wir wieder mit unserem geliebten Frühstück – Baguette, Käse und Salami. Frisch gestärkt beginnt unsere Entspannungswanderung, denn heute haben wir „nur“ 24 km vor uns. Im Vergleich zu gestern ist das wirklich schon fast relaxed.

Der Weg führt uns raus aus der Stadt „La Souteraine“ entlang der Straße. Leider zieht sich der Weg heute gefühlt wieder nur an der Landstraße entlang. Wir durchqueren die Dörfer „Saint-Priest-la-Feuille“ und „Chamborand“. In beiden Dörfern können wir uns in der Kirche selbst einen Stempel in unsere Pilgerbücher machen. In „Chamborand“ machen wir nach ca. 15 km eine kurze Mittagspause, in der wir die gekauften Apfeltaschen mit Genuss essen.

Die letzten 8 km führen wiedermals entlang der Straße, kurz vor unserem heutigen Zielort „Bénévent-L’Abbaye“ kommen wir an einer wunderschönen Mühle und einem See vorbei. Um kurz nach 15 Uhr erreichen wir unseren Zielort, doch leider müssen wir bis 16 Uhr warten, bis das Hotel aufgemacht.

Bis dahin schlendern wir noch in dem Dorf entlang (so gut man halt nach 25 km noch schlendern kann) und sammeln auch hier noch einen Stempel für unser Pilgerbuch ein. Nach 25 km in 8 Stunden freuen wir uns, endlich im Hotel anzukommen und auf das Essen im Restaurant.

Reisetagebuch Jakobsweg – 6. Etappe 2025 – 22.05.2025

Unser 7. Wandertag steht mit einer Mammuttour vor uns, wir dürfen heute an die 32 km laufen. Um halb 6 stehen wir auf, frühstücken in unserem Appartment und machen uns um 6:45 Uhr auf den Weg. In der vergangenen Nacht hat es ziemlich stark geregnet. Der Himmel ist noch ziemlich bewölkt, da entscheiden wir uns direkt mit Regenjacken zu starten, um vor möglichen Schauern gewappnet zu sein.

Nach ein paar Kilometern stehen wir im hüfthohen, noch nassen Gras und kämpfen uns durch. Nach einigen Schritten waren unsere Wanderhosen klitschnass. Wir entscheiden uns dazu, die Regenhosen anzuziehen, damit wir vor weiterer Nässe geschützt sind. Der Plan geht auf.

Unser Weg führt uns am Ort „Crozant“ vorbei, danach laufen wir in einem Waldstück parallel dem Fluss „La Creuze“ entlang. Dieses Stück fühlt sich an, als wären wir in einem verwunschenen Wald und gleich kommen die Elfen und Gnome raus.

Nach 11,5 km haben wir unsere erste Pause, danach führt uns der Weg weiter durch die Dörfer „La Chepelle-Baloue“, „Proge“, „Saint-Germain-Beaupre“ sowie „Saint-Agnant-de-Versillat“. Im letztgenannten Dörfchen haben wir in der Mairie unseren einzigen Stempel für heute erhalten.

Als wir auf dem Feld wanderten, hat Isabelle eine Holzkiste mit einer Muschel am Baum gefunden. Die Kiste konnten wir öffnen und haben dort ein Büchlein vorgefunden, in der sich vorbeilaufende Pilger eingetragen haben – auch wir haben uns hier eingetragen.

Die letzten 3 km sind echt hart, die Füße fühlen sich an wie Blei, wir müssen uns immer wieder motivieren – aber nach ca. 10 Stunden und 32 km haben wir endlich den Ort „La Souterraine“ erreicht.