Kunst-/Musiktherapie

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Kunsttherapie gehört zu den Kreativtherapien und beruht auf einem integralen Ansatz, d.h. des Zusammenwirkens von Körper, Seele und Geist. Sie ist in die Tätigkeit des psychosozialen Teams der pädiatrischen onkologischen Station integriert und findet dreimal in der Woche in der Kinderklinik Mannheim statt.

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Die Kunsttherapie wird eingesetzt, um die seelisch-geistigen Kräfte des Kindes/Jugendlichen zu mobilisieren. Das geschieht, indem sich diese mit Farben und Formen auseinandersetzen.

Dieses künstlerische Arbeiten ist immer als Prozess zu verstehen. Durch symbolhafte Darstellungen kann z.B. das innere Erleben nach außen projiziert werden und macht sich so als ein Aspekt des momentanen seelischen Zustandes deutlich


Das Kind/der Jugendliche kommt durch das geführte Malen oder Plastizieren auch in seinen eigenen Schaffensprozess und schafft sich dadurch seine eigene Welt (Insel), aus der es/er seine eigene Stärke erfährt und dadurch wieder Mut und Hoffnung schöpft. Das Ergebnis dieser Arbeit entspricht zwar oft nicht unserer Erwartungshaltung von “schön”. Vielmehr liegt die Schönheit in der Einzigartigkeit des vom Kind/Jugendlichen selbst Geschaffenen. Trotz Krankheitsausbruch können so nicht verbalisierte Spannungen gelöst und Ängste abgebaut werden.

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Die persönliche Zuwendung und Empathie der Kunsttherapeutin sind dabei entscheidend, um die Botschaften des Kindes/Jugendlichen wahrzunehmen, dessen Defizite zu erkennen und unterstützend auszugleichen. Hierbei wird großer Wert darauf gelegt, dass die Kinder/Jugendlichen nicht unter Zeit- und Leistungsdruck arbeiten.

Somit mobilisiert und stärkt die Kunsttherapie die Selbstheilungskräfte des Patienten.


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  • Findet dreimal in der Woche in der Kinderklinik Mannheim statt.
  • Aktive Musiktherapie (Therapeut und Patient improvisieren auf unterschiedlichsten Instrumenten. Musikalische Vorbildung ist nicht notwendig)
  • Rezeptive Musiktherapie (Anhören meist ruhiger Musik zur Entspannung)
  • Klangliege zur Tiefenentspannung

Musiktherapie als Teildisziplin des psychosozialen Teams wird besonders da hilfreich sein, wo eine sprachliche Auseinandersetzung nicht oder noch nicht möglich ist.

Im Unterschied zu den sprachlich ausgerichteten Therapieformen bieten künstlerische Therapieformen dem Patienten im besonderen Maße die Möglichkeit, sich im direkten Tun auf der emotional-intuitiven Ebene auszudrücken und zu erfahren.

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Durch die Beschäftigung mit dem nicht- bzw. vorsprachlichen Bereich haben wir es in der Musiktherapie mit einer Fülle von symbolhaften Darstellungen zu tun, die Ausdruck von innerem Erleben sind. Gefühlsäußerungen und Verhalten des Patienten werden dabei als Reaktion und persönlicher Ausdruck verstanden.

Es ist wichtig, diese Botschaften des Patienten zu erkennen und wertungsfrei anzunehmen! Dazu kann es notwendig sein, diese Erfahrungen auch auf die sprachliche Ebene zurückzuführen und zu reflektieren.


Neben diesen kommunikationsfördernden Maßnahmen geht es darum, Kreativität und absichtsloses Spiel im ichstärkenden Sinn zu fördern. Musiktherapeuten arbeiten gemäß ihrer Ausbildung und ihres allgemeinen Berufsbildes grundsätzlich auf psychotherapeutischer Grundlage.

Stützende und konfliktorientierte Verfahren können je nach Situation in unterschiedlicher Gewichtung von Bedeutung sein. In der Arbeit mit dem Patienten steht aber der Prozess im Vordergrund und NICHT ein bestimmtes Ergebnis! Die Musik dient dabei als Medium.

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Hauptsächlich findet die Therapie ohne Eltern bzw. Angehörige statt. Bei Kleinkindern ist jedoch eine Gewöhnungszeit völlig normal und in Ordnung. In Ausnahmefällen ist es möglich, dass eine Bezugsperson mit im Raum bleibt. Es ist dann jedoch wichtig, sich absolut ruhig zu verhalten und nicht in das Geschehen einzugreifen!

Während der Therapie soll den Eltern bzw. der Begleitperson die Möglichkeit gegeben werden, sich auszuruhen, essen zu gehen, sich zu stärken, spazieren zu gehen etc., um sich mit erneuerter Energie dem Kind/Jugendlichen zuwenden zu können.