AKTUELL: 01.06.21 – Besondere Zuwendung für krebskranke Kinder in der Corona-Krise

Seit anderthalb Jahren mobilisiert der Elternverein der Deutsche Leukämie-Forschungs-Hilfe -Aktion für krebskranke Kinder- OV Mannheim e.V. alle Kräfte, um krebskranke Kinder und ihre Eltern während der Corona-Krise zu unterstützen. Denn: Die Pandemie potenziert die Ängste der kleinen Patienten und ihrer Familien. Humor, Zuversicht und regelmäßige Hilfsangebote sind wichtiger denn je.
„Die Isolation, die die Kinder im Krankenhaus und während ihrer Chemotherapie erfahren, ist schon unter normalen Bedingungen schwer auszuhalten“, sagt Dr. Gregor von Komorowski, der erste Vorsitzende des Mannheimer Elternvereins. Die Angst vor Corona verstärke das seelische Leid der Betroffenen. Die kleinen Patienten haben Angst vor ihrer Krankheit und dem Tod. Hinzu kommt nun die Sorge, dass auch jemand aus der Familie krank werden könnte. Eltern und Geschwister haben ihrerseits Angst, das Virus bei einem Besuch weiterzugeben – dies käme einer Katastrophe für das geschwächte Immunsystem des krebskranken Kindes gleich.
„Die Kinder brauchen ein Ventil, um diesen Sorgen Ausdruck zu verleihen – etwa über kunst- und musiktherapeutische Angebote“, sagt von Komorowski. Das Team des Mannheimer Elternvereins setzte deshalb von Beginn der Pandemie an alles daran, die therapeutische Arbeit fortzusetzen. „Anfangs war das nicht so einfach. Durch das Besuchsverbot in den Krankenhäusern konnten unsere Therapeuten nicht auf die kinderonkologische Station“, erinnert sich der erste Vorsitzende. Der Elternverein improvisierte, verlegte die Arbeit mit den krebskranken Kindern zu den Familien nach Hause, ins Elternhaus oder in digitale Sphären. „Dennoch war es eine große Erleichterung, als wir die Arbeit wieder auf der Station aufnehmen durften – natürlich unter Wahrung strenger Hygienemaßnahmen.“

Ebenso wichtig in Krisenzeiten: Zuversicht und Humor. Seit Jahren sind Krankenhaus-Clown Julchen und ihre „Zaubermäuschen“ dafür auf der Kinderkrebsstation des Uni-Klinikums zuständig. Regelmäßig schauen sie im Auftrag der Deutschen Leukämie-Forschungs-Hilfe dort vorbei, um mit den Kindern herum zu albern. Das Honorar der Clowns finanziert die Deutsche Leukämie-Forschungs-Hilfe in Mannheim über Spenden. „Unsere Clowns durften von Dezember bis Mitte Februar nicht auf die Station. Das war sehr bitter, aber nun sind sie als unsere „Lachbeauftragten“ wieder vor Ort. Das ist für alle – für die Kinder, die Eltern, die Ärzte und das Pflegepersonal – ein echter Gewinn“, sagt Büroleiterin Almuth Ender.
Wunschfee Eva Geiger arbeitet indes noch aus der Ferne. In „normalen“ Zeiten schaut sie zweimal in der Woche auf der Kinderonkologie vorbei, um die dortige Wunschbox zu leeren. Darin befinden sich Herzenswünsche der krebskranken Patienten – vom kuscheligen Pyjama bis zum Tandem-Fallschirmsprung. Aktuell trudeln die Wünsche per WhatsApp und E-Mail bei Geiger ein, die nichts unversucht lässt, um die Bitten zu erfüllen. Geiger und das Büro-Team sowie die ambulante Familienbetreuerin Juliana Pazin kümmern sich um die Auslieferung der Herzenswünsche. Pazin erspart den Familien außerdem zusätzliche – insbesondere in Corona-Zeiten belastende – Wege in die Klinik. Sie besucht Patienten in der gesamten Region, nimmt ihnen Blut ab, berät Eltern und hält Rücksprache mit den Ärzten.
Wichtig sind auch kleine Gesten, Hoffnungsträger und Talismane. Vor Weihnachten verschenkten die Helfer der Initiative Rosys Kids Corner (eins von den 10 spendenfinanzierten Projekten des Elternvereins) Adler-Masken – eine Erinnerung an all die gemeinsamen Besucher bei den Adlern Mannheim, die nach der Pandemie wieder stattfinden sollen. Und: Die Deutsche Leukämie-Forschungs-Hilfe in Mannheim druckt im 3D-Drucker Corona-Kugeln für die Mutperlenketten ihrer Schützlinge. Die Ketten zeichnen den Leidensweg der Patienten nach – und alles, was sie bereits geschafft haben. Miese Tage und richtig gute. Jede bunte Perle an der Kette hat eine Bedeutung. Piekse, Bluttransfusionen, Amputationen, Chemotherapie. Und nun auch Corona.

Kontakt:

Tel.: 0621 33 821 33
www.krebskranke-kinder.de

Spenden:
Bankverbindung:
IBAN: DE93 6705 0505 0038 0038 01
Bank: Sparkasse Rhein-Neckar-Nord

Verfasst von unserer ehrenamtlichen Mitarbeiterin Agnes Polewka