Unsere Freunde: 1. Pfungstädter Fan-Club Reichenbach

Die Geschichte des 1. Pfungstädter Fan-Clubs Reichenbach

Zu Silvester 1999 gründeten in der damaligen Schankwirtschaft „Franze-Huhl“ in Reichenbach eine Hand voll Freunde des Pfungstädter Bieres den 1. Pfungstädter Fan-Club Reichenbach.
Unter dem Motto „Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden“ sollten bei Aktionen um das Pfungstädter Bier Spenden „erwirtschaftet“ werden, die gänzlich der Deutsche Leukämie-Forschungs-Hilfe -Aktion für krebskranke Kinder- Ortsverband Mannheim e.V., d.h. den Krebskindern, zu Gute kommen sollten. Zu diesem Verein bestand ein persönlicher Kontakt in Form einer mehrjährigen Mitgliedschaft des Club-Mitbegründers und damaligem Wirtes der „Franze-Huhl“ Gerhard Schäfer.
Zu diesem Zeitpunkt war bereits aus anderen Quellen (z. Bsp. Trinkgeld) ein Gesamtbetrag i.H.v. über 11.000,– DM nach Mannheim geflossen. Der Verein unterstützt damit die onkologische Station der Kinderklinik. Er finanziert z.B. eine Musiktherapeutin, eine Kunsttherapeutin und, zumindest zeitweise, eine Erzieherin.
Darüber hinaus wurde eine Aufenthaltsraum mit Küchenzeile und TV, sowie ein Spielzimmer eingerichtet, deren Unterhaltung ebenfalls der Verein über Spenden finanziert. Ein Elternhaus wurde erworben und saniert, damit betroffene Eltern in der Nähe ihres kranken Kindes sich erholen und übernachten können.
Dies Alles sind Leistungen, die unser Krankenversicherungssystem nicht übernimmt, die aber nicht unwesentlich zum Gesunden der Kinder beitragen. Unser Engagement hat schon ungezählten Kindern, Geschwisterkindern und Eltern den Klinikaufenthalt erleichtert.
Von der tollen Arbeit der Ortsgruppe Mannheim, die fast ausschließlich aus betroffenen Eltern besteht, konnten wir uns durch gelegentliche Besuche in der Klinik ein Bild machen.
Mit einem „Startkapital“ von 11.000,– DM begann also die Geschichte des „Pungschder Clubs“. Die Idee fand schnell Freunde, sodass bei Umstellung der DM auf € bereits ein Gesamtbetrag von mehr als 13.000,– € überwiesen worden war.
Unter anderem mit der Unterstützung unserer Pfungstädter Freunde, hierbei sprechen wir nicht von der Brauerei, sondern den Gästen der Gaststätte „Zur Rose“, konnten wir am 24.01.2014 den Spendenbetrag von 100.000,– € überschreiten.
Aktuell beträgt die Spendensumme über 150.000,– € ! Eine tolle Sache, entstanden aus einer Bieridee.
Lautertal, den 21.09.2019
1. Pfungstädter Fan-Club Reichenbach

Anmerkung der Deutsche Leukämie-Forschungs-Hilfe
-Aktion für krebskranke Kinder-
Ortsverband Mannheim e.V.

Ein ganz wichtiges Moment für die Initiatoren des Fanclubs war, dass die Kinder mit den Spenden unterstützt und den Kindern vor allen Dingen eine Freude bereitet werden sollte.
Und einmal im Jahr wollten sie die Kinder und deren Freude miterleben. Dieses Miterleben hat dann immer wieder mit dazu beigetragen, sich aufs Neue für diese Kinder einzusetzen und den Spendentopf erneut zu füllen. Der Verein hat die Kinder einmal im Vorfeld dieses Events befragt, mit welchem Geschenk wir ihnen eine große Freude bereiten könnten, haben dann die Geschenke besorgt und schön verpackt und einen bunten Nachmittag und ein Fest organisiert. Neben Kaffee und Kuchen gab es dann meistens noch eine Attraktion in Form eines Geschichtenerzählers oder eines Clowns oder eine musikalische Umrahmung mit dem Musiktherapeuten. Es war für alle immer ein großes Ereignis und alle Kinder waren mit Begeisterung dabei.
Bei einer solchen Gelegenheit war auch ein damals ca. 9-jähriges Mädchen dabei, bei dem man einen Tag zuvor eine Krebserkrankung diagnostiziert hatte und die gerade einen Tropf bekam. Es ging ihr nicht gut und man konnte Ihr nichts recht machen. Für solche Fälle waren wir immer gerüstet und hatten immer ein paar Geschenke im Petto. Das hatte uns aber nichts genützt, die Julia konnte sich für kein Geschenk entscheiden und wir haben Julia gesagt, dass wir ihr in den nächsten Tagen eine Wunschbox vorbeibringen würden und sie sich dann in aller Ruhe überlegen könnte, was sie sich wünschen möchte.
Hinter dieser Wunschbox verbarg sich folgende Geschichte: Gerade um die Weihnachtszeit hatte ich immer viel zu tun und einige Pakete zur Post gebracht. Ich stand in einer Schlange vor dem Schalter und schaute mir die Auslage in den aufgestellten Schütten an. Da waren unter anderem kleine, quadratische bunt beklebte Schachteln aus Pappkarton, die sehr schön anzusehen waren. Und da dachte ich mir, die Schachteln sich so schön, da nehme ich eine mit und verpacke an Weihnachten ein schönes Geschenk für meine Frau.
Weihnachten kam, ich hatte noch die Schachtel, aber kein Geschenk dafür. Dann habe ich ein paar leere Blätter und einen Bleistift genommen und die Schachtel meiner Frau geschenkt und gesagt, dass dies eine Wunschbox sei und sie sich etwas wünschen dürfte. Meine Frau war darüber sehr erfreut und fragte mich, ob ich denn wüsste, was ich mir damit antue – so weit, so gut.
Und genau diese Box hatte ich im Sinn, als ich Julia sagte, wir hätten zu Hause eine Wunschbox und ich würde sie ihr mitbringen.
Nach meiner Arbeit bin ich dann mit dieser Schachtel in die Klinik gefahren und bin Julia auf dem Gang begegnet und wollte ihr die Wunschbox überreichen. Und genau in diesem Moment kam eine Krankenschwester auf dem Flur entlang gelaufen, nahm mir die Box aus der Hand und rief: “Hurra, unsere Station hat eine Wunschbox” und stellte diese Box aufs Fensterbrett.
Julia hat ihren Wunsch aufgeschrieben und in die Box gelegt.
Und als ich am Abend nach Hause kam, fragte meine Frau, ob ich denn wüsste, was ich mir damit antue, eine Wunschbox auf die onkologische Station zu stellen…
Gewissermaßen war das die Geburtsstunde der Wunschbox, die aus der großartigen Aktion des Pfungstädter Fanclubs entstanden war und inzwischen über 16 Jahre alt ist.
Und auf einen der ersten Wunschzettel hatte ein kleiner Junge geschrieben: “Der Koch möge sich doch bitte mehr Mühe geben beim Essenkochen.”
Wir haben diesen Wunschzettel an die Verwaltung weitergegeben und eine Woche später kam der Koch in voller Montur und weißer Mütze auf die onkologische Kinderstation mit einer riesengroßen Portion Eis und hat Besserung gelobt.
So sind aus ganz kleinen Anfängen heraus über ein paar Jahrzehnte große Dinge entstanden, für die wir sehr, sehr dankbar sind und die den kranken Kindern viel geholfen haben, Wünsche zu erfüllen, große und kleine und manchmal auch letzte Wünsche.
Martin Stachniss

Der sog. “Sixpack”, der die Geschicke des Clubs leitet

Das “Krebsschweinchen”