Unterwegs in besonderer Mission

Renate und Gerhard Brauner touren mit dem Infostand der Deutschen Leukämie-Forschungs-Hilfe durch die Region

von unserer ehrenamtlichen Mitarbeiterin Agnes Schulze

Ausnahmezustand in Speyer: Über 2000 Star Wars- und Star Trek-Fans strömen jedes Jahr im Spätsommer ins Technik-Museum – kostümiert, mit Darth Vader-Maske, in Sturmtruppen-Montur oder mit Laser-Schwert. In drei Hallen und im Außenbereich des Museums findet beim Science-Fiction-Treffen das reinste Schaulaufen der intergalaktischen Fangemeinde statt. Mittendrin: die beiden Mannheimer Renate und Gerhard Brauner.

Seit einigen Jahren bauen sie im Hangar des Technikmuseums den Info-Stand der Deutschen Leukämie-Forschungs-Hilfe in Mannheim auf. Sie legen Flyer aus, reichen die Spenden-Büchsen an Luke Skywalker & Co. weiter und reden, reden, reden. Das Ehepaar spricht mit den Besuchern über die Arbeit des Elternvereins und seine Projekte. Über die jungen Patienten auf der Station und ihre Familien. Über kleine Gesten und große Spenden. Darüber, was jeder einzelne tun kann, um zu helfen. Wie sie selbst.

Etwa zehn Mal im Jahr verstauen die Brauners den rot-weißen Stand, das Werbe-Banner und Kisten voller Infomaterial im Kofferraum ihres Kombis, um auf verschiedenen Veranstaltungen in der Region die Werbetrommel für die Mannheimer Sektion der Deutschen Leukämie-Forschungs-Hilfe zu rühren. Beim Science-Fiction-Treffen. Beim Bonifatius-Kinderflohmarkt. Auf dem Mannheimer Maimarkt oder auf dem Adventsbasar in den Stadtteilen zum Beispiel.

„Unsere Geschichte als ehrenamtliche Mitarbeiter hat mit einem Treffen im Oktober 2007 in der Geschäftsstelle des Vereins begonnen. Wir wollten etwas tun, das uns Freunde macht und gleichzeitig etwas Gutes bewirkt“, erinnert sich die 64-Jährige. Wenige Tage später fand sich das Ehepaar Brauner an einem Info-Tisch im Mannheimer Luisenpark wieder. Später auf dem Kinderfest auf den Planken in der Innenstadt. „Wir haben ganz schnell festgestellt: Wir brauchen etwas, um auf uns aufmerksam zu machen. Wegen einer Broschüre kommt keiner an unseren Stand. Und wir kommen mit niemandem ins Gespräch“, sagt Gerhard Brauner. So regten der 72-Jährige und seine Frau die Anschaffung eines Glücksrads an – und ihr Konzept ging auf. Im Juli 2009 investierte der Mannheimer Elternverein 250 Euro in ein Glücksrad. Unzählige Male wurde es seitdem am Infostand gedreht, 14.782,95 Euro hat es an Spenden eingespielt.

„Wir haben das große Glück, dass viele Unternehmen und Menschen bereit sind Preise zu spenden. Das macht die Sache mit dem Glücksrad so erfolgreich“, so Gerhard Brauner. Er selbst sei gerührt, wenn Menschen zu ihnen an den Stand kommen und ihnen anbieten, Preise für das Glücksrad beizusteuern. Meistens seien dies Werbeartikel, T-Shirts, Taschen oder Radiergummis. In Speyer erreichte die Brauners aber auch schon einmal eine Spende über 250 Schwerter für ihr Glücksrad.

„Das ist ein sehr schönes Gefühl. Zu sehen und zu spüren, wie viele Menschen etwas tun wollen“, sagt Renate Brauner. Um etwas anzustoßen, zu bewirken – über kleine Gesten und große Spenden.

Gerhard und Renate Brauner
Gerhard Brauner ist 72 Jahre alt, seine Ehefrau Renate 64. Vor seiner Pension hat Gerhard Brauner beim TÜV gearbeitet, Renate Brauner ist gelernte Bankkauffrau und war nach ihrer Ausbildung viele Jahre in der Verwaltung eines Integrierten Kindergartens tätig. Sie arbeitet außerdem ehrenamtlich in der Bücherei und trifft sich in regelmäßigen Abständen mit ihrer Damen-Gruppe, die zugunsten der Deutschen Leukämie-Forschungs-Hilfe Bastelarbeiten anfertigt.